Lineare Abschreibung

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Grundsätzliches

Es existieren handels- und steuerrechtliche Vorschriften zur linearen Abschreibung.
Der § 253 Abs. 3 HGB schreibt vor:

Bei Vermögensgegenständen des Anlagevermögens, deren Nutzung zeitlich begrenzt ist, sind die Anschaffungs- oder die Herstellungskosten um planmäßige Abschreibungen zu vermindern. Der Plan muss die Anschaffungs- oder Herstellungskosten auf die Geschäftsjahre verteilen, in denen der Vermögensgegenstand voraussichtlich genutzt werden kann.
...

Der § 7 Abs. 1 EStG schreibt vor:

Bei Wirtschaftsgütern, deren Verwendung oder Nutzung durch den Steuerpflichtigen zur Erzielung von Einkünften sich erfahrungsgemäß auf einen Zeitraum von mehr als einem Jahr erstreckt, ist jeweils für ein Jahr der Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzusetzen, der bei gleichmäßiger Verteilung dieser Kosten auf die Gesamtdauer der Verwendung oder Nutzung auf ein Jahr entfällt (Absetzung für Abnutzung in gleichen Jahresbeträgen). Die Absetzung bemisst sich hierbei nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer des Wirtschaftsguts.
...

Die lineare Abschreibung ist damit für alle abnutzbaren Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens zulässig. Es ist praktisch die Normal-AfA.

Die Anschaffungs-/Herstellungskosten werden in gleichbleibenden Jahresbeträgen auf die Nutzungsdauer verteilt. Es gilt:

Abschreibungsbetrag und Abschreibungssatz bei der Linearen Abschreibung

Die gültigen AfA-Tabellen finden Sie auf der Seite des Bundesministeriums der Finanzen (BMF).

Beispiel zur linearen Abschreibung

Es wurde ein neuer PKW für einen Nettobetrag von 60.000 € angeschafft.
Personenkraftwagen haben nach der AfA-Tabelle für die allgemein verwendbaren Anlagegüter eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 6 Jahren.

Abschreibungsbetrag pro Jahr = 10.000 € (60.000 € / 6 Jahre)

Abschreibungssatz = 16,67 % (100 / 6)

Jahr Bezugswert der Abschreibungsberechnung Abschreibungssatz Abschreibungsbetrag Restbuchwert (Ende des Jahres)
1 60.000 € 16,67 % 10.000 € 50.000 €
2 60.000 € 16,67 % 10.000 € 40.000 €
3 60.000 € 16,67 % 10.000 € 30.000 €
4 60.000 € 16,67 % 10.000 € 20.000 €
5 60.000 € 16,67 % 10.000 € 10.000 €
6 60.000 € 16,67 % 10.000 € 0 €
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Besonderheiten bei der Abschreibung von Gebäuden

Der § 7 Abs. 4 EStG unterscheidet zwischen "Wirtschaftsgebäuden" und anderen Gebäuden:

Bei Gebäuden sind abweichend von Absatz 1 als Absetzung für Abnutzung die folgenden Beträge bis zur vollen Absetzung abzuziehen:
  1. bei Gebäuden, soweit sie zu einem Betriebsvermögen gehören und nicht Wohnzwecken dienen und für die der Bauantrag nach dem 31. März 1985 gestellt worden ist, jährlich 3 Prozent,
  2. bei Gebäuden, soweit sie die Voraussetzungen der Nummer 1 nicht erfüllen und die
    1. nach dem 31. Dezember 1924 fertiggestellt worden sind, jährlich 2 Prozent,
    2. vor dem 1. Januar 1925 fertiggestellt worden sind, jährlich 2,5 Prozent
der Anschaffungs- oder Herstellungskosten; Absatz 1 Satz 5 gilt entsprechend. Beträgt die tatsächliche Nutzungsdauer eines Gebäudes in den Fällen des Satzes 1 Nummer 1 weniger als 33 Jahre, in den Fällen des Satzes 1 Nummer 2 Buchstabe a weniger als 50 Jahre, in den Fällen des Satzes 1 Nummer 2 Buchstabe b weniger als 40 Jahre, so können anstelle der Absetzungen nach Satz 1 die der tatsächlichen Nutzungsdauer entsprechenden Absetzungen für Abnutzung vorgenommen werden. Absatz 1 letzter Satz bleibt unberührt. Bei Gebäuden im Sinne der Nummer 2 rechtfertigt die für Gebäude im Sinne der Nummer 1 geltende Regelung weder die Anwendung des Absatzes 1 letzter Satz noch den Ansatz des niedrigeren Teilwerts (§ 6 Absatz 1 Nummer 1 Satz 2).

Die sog. degressive Gebäude-AfA (§ 7 Abs. 5 EStG) kommt nach verschiedenen Staffeln für Gebäude in Betracht. Die degressive Gebäude-AfA ist ab dem 01.01.2006 für "Neufälle" abgeschafft worden.

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