Überblick geringwertige Wirtschaftsgüter

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Aktuelles

Geringwertige Wirtschaftsgüter, die einen Nettowert von maximal 800 € haben (bisher 410 €), können ab dem 01.01.2018 anstelle der normalen Abschreibung im Jahr der Anschaffung als Betriebsausgabe sofort abgeschrieben werden. Allerdings gilt dies nur für entsprechende Güter, die nach dem 31.12.2017 angeschafft oder hergestellt werden. Dies stellt besonders für kleine und mittlere Unternehmen eine erhebliche Erleichterung dar, da bei der normalen Abschreibung Wirtschaftsgüter oftmals über fünf Jahre oder mehr abgeschrieben und somit aufgezeichnet werden müssen.

Somit entfallen für viele Wirtschaftsgüter die Aufzeichnungspflichten. Der höchstmögliche Bruttowert inklusive der obligatorischen Umsatzsteuer von 19 % beträgt 952 €.

Zu beachten ist: Eine Sofortabschreibung, die im Anschaffungsjahr unterlassen wurde, kann in späteren Jahren nicht einfach nachgeholt werden.

Liegen die Wirtschaftsgüter jenseits der 952 €, so können sie nicht sofort abgeschrieben werden, sondern laufen über die Absetzung für Abnutzung. Aus diesem und anderen Gründen müssen sie auch aufgezeichnet werden.

Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten bis 250 € (bisher 150 €), sind ab 2018 sofort abziehbar und müssen nicht in einem speziellen Verzeichnis eingetragen werden. Liegen die Anschaffungs- oder Herstellungskosten zwischen 250,01 und 800 €, sind sie nach Aufnahme in ein Verzeichnis sofort abziehbar. Die bisher anstelle der GWG-Sofortabschreibung ebenfalls mögliche Pool-Abschreibung für Wirtschaftsgüter (Sammelposten) bis zum Wert von 1.000 € bleibt. Es wird nur die untere Wertgrenze zur Bildung eines Sammelpostens von 150 auf 250 € angehoben.

Je nach Art und Preislage der Anschaffung ist es wichtig, abzuwägen, welche Art der Abschreibung sinnvoll ist. Dies können sowohl die naheliegende Sofortabschreibung, die Regelabschreibung oder die Pool-Abschreibung sein.

Aufzeichnungspflichten für GWG

Wann ist ein Wirtschaftsgut geringwertig?

Selbstverständlich sind die Wirtschaftsgüter dann nicht geringwertig, wenn sie über die oben genannte Grenze von 800 € netto kommen. Jedoch gibt es noch andere Kriterien, die für geringwertige Wirtschaftsgüter zu beachten sind.

Selbstständige Nutzbarkeit

Ein Wirtschaftsgut ist dann geringwertig, wenn es unabhängig von anderen genutzt werden kann. So zählen klassische Desktop-PCs nicht zu den geringwertigen Wirtschaftsgütern, weil sie ohne Maus, Tastatur und Bildschirm nicht zu nutzen sind. Ein Notebook hingegen ist selbstständig nutzbar. Gleiches gilt für den Großteil aller Büromöbel, Tablets, Telefone, Smartphones, Kaffeemaschinen et cetera.

Beweglichkeit

Es muss sich um abnutzbare bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens handeln. Gebäude, Grund, Boden oder Teile von Gebäuden scheiden damit aus. Gleiches gilt für immaterielle Wirtschaftsgüter wie Lizenzen, Patente und Ähnliches.

Es gibt aber Ausnahmen: Software stellt dann ein selbstständig nutzbares bewegliches Wirtschaftsgut dar, wenn es sich um sog. Trivialprogramme handelt.

Abnutzbarkeit

Die Gegenstände müssen abnutzbar sein. Die Zeiten für die Absetzbarkeit unterscheiden sich je nach Haltbarkeit. Dabei lohnt es sich, um optimale Ergebnisse zu erzielen, die Absetzungstabellen für Abnutzung zu Rate zu ziehen, um die optimale Absetzungsart herauszufinden. Denn nur durch Kenntnis der Tabelle wird dem Benutzer klar, wie viel von welchem abnutzbaren Gerät im Jahr abgeschrieben werden kann.

Das Büromaterial (Verbrauchsmaterial)

Zum Büromaterial wird alles gezählt, was für den Arbeitsalltag benötigt wird. Egal ob es sich dabei um Klopapier, Druckerpapier, Ordner, Stifte, Kleinmöbel, Drucker- oder Tonerpatronen, Blöcke, Kaffeepulver oder -filter, und so weiter handelt.

Büromaterialien sind prinzipiell absetzbar. Dazu zählen beispielsweise Druckerpapier, Schreibblöcke und ähnliche Dinge.

Auch unabhängig vom Büro gibt es selbstverständlich Verbrauchsmaterial, das benötigt wird, so etwa in Handwerksbetrieben Holz, Nägel und ähnliche Gegenstände.

Für Reinigungskräfte fallen beispielsweise die typischen Reinigungsmittelkosten an, egal ob es dabei um Lappen, Schwämme oder die Reinigungsmittel wie Allzweckreiniger geht.

Auch in Erziehungseinrichtungen gibt es typische Verbrauchsmaterialkosten, so etwa Kreide, Kopierpapier, Klebstoff und ähnliche Posten.

Als Verbrauchsmaterial gelten alle die Materialien, deren Verwendung für die vollständige Funktionalität des betreffenden Gerätes oder für die Bewältigung von Dienstleistungsaufgaben unerlässlich ist. Verbrauchsmaterial inkludiert als Definitionsmerkmal eine einmalige Verwendungsmöglichkeit. Demzufolge ist die Abnutzungserscheinung sowohl bei Gebrauchs- als auch bei Verbrauchsmaterial gegeben, ist bei letzterer jedoch erheblich größer. Diese Definition ist deshalb hilfreich, weil bei einigen Gegenständen die Unterscheidung zwischen Verbrauchs- und Gebrauchsmaterialien schwierig werden kann.

Die Anschaffung von Verbrauchsmaterial buchen Sie auf den entsprechenden Aufwandskonten. Die Buchung wirkt sich damit wie jede andere Aufwandsart sofort auf den betrieblichen Gewinn mindernd aus.

Büromaterial - Verbrauchsmaterial

Hilfsstoffe

Bei vielen, insbesondere handwerklichen Betrieben treten zudem Kosten für Hilfsstoffe bzw. Hilfsmaterial auf.

Als Hilfsmaterial sind im Rechnungswesen alle diejenigen Stoffe zu buchen, die bei der Fertigung eines Erzeugnisses zwar mit eingehen, aber selbst nicht wesentlicher Bestandteil des Produkts sind, sondern im fertigen Produkt lediglich eine Hilfsfunktion erfüllen.

Meistens werden Hilfsstoffe zu den unechten Gemeinkosten gebucht und mit Betriebsstoffen gemeinsam veranschlagt.

Allerdings kann es unter Umständen nützlich sein, zur Spezifizierung der für manche Betriebe nicht unerheblichen Kosten, die für Hilfsstoffe anfallen, solche extra zu buchen, um einen besseren Überblick zu erhalten. So ist auch die einfachere Kenntnis der Effizienz des eigenen Betriebes möglich.

Denn je mehr Kosten gemeinsam veranschlagt werden und nicht gesondert, desto ungenauer sind die Bilanzen am Ende.

Die Büroeinrichtung oder das Gebrauchsmaterial

Als Gebrauchsmaterialien gelten alle diejenigen Materialien, die bei der Erstellung von Dienstleistungen oder anderen Produkten nicht direkt produktbezogen gebraucht werden können. Dennoch sind sie bei der Erstellung der Produkte von Vorteil, so etwa Kugelschreiber in Büros oder Reagenzgläser in Chemielabors. Werkezuge, Maschinen und Büromöbel können genauso dazugehören.

Hier sind die oben aufgeführten Grenzen für geringwertige Wirtschaftsgüter zu beachten.

Bildquellen:
Abbildung 1: pixabay.com © cyrynpen (CCO Public Domain)
Abbildung 2: pixabay.com © cpastrick (CCO Public Domain)

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