Buchen von Forderungen an Kunden im Drittlandsgebiet (Ausfuhrlieferung)

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Grundsätzliches

Lieferungen von Deutschland in einen Staat, der nicht der EU angehört (Drittlandsgebiet), sind unter bestimmten Voraussetzungen von der Umsatzsteuer befreit. Drittlandsgebiet im Sinne des Umsatzsteuergesetzes ist das Gebiet, das nicht EU-Gebiet ist.

Steuerfreie Ausfuhrlieferungen

Aus Sicht des deutschen Unternehmens liegt eine steuerfreie Ausfuhrlieferung vor.

Damit eine Lieferung von Deutschland in ein Drittland von der Umsatzsteuer befreit ist, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein (§ 4 Nr. 1 Buchstabe a i.V.m. § 6 UStG):

  • Wenn der Lieferant die gelieferte Ware in das Drittlandsgebiet befördert oder versendet, muss die Ware nur in das Drittlandsgebiet gelangt sein (§ 6 Abs. 1 Nr. 1 UStG).
  • Wenn der Kunde die gelieferte Ware in das Drittlandsgebiet befördert oder versendet, muss die Ware in das Drittlandsgebiet gelangt sein und der Kunde muss ein ausländischer Abnehmer sein (§ 6 Abs. 1 Nr. 2 UStG).

Steuerfreie Umsätze § 4 Nr. 1a UStG

Wir verkaufen für 1.000 € Staubsauger an den Kunden Putin in Russland (Debitor 12001) auf Zahlungsziel.

Abarbeitung der relevanten grundsätzlichen Fragestellungen:

  • Der Verkauf von Waren erzeugt Umsatzerlöse. Umsatzerlöse sind Erträge. Wir haben es also mit Bestandskonten und Erfolgskonten zu tun.
  • Der Verkauf erfolgt auf Zahlungsziel. Wir haben also Forderungen.
  • Der Vorgang ist steuerfrei nach § 4 Nr. 1a UStG (Ausfuhrlieferung nach § 6 UStG).

Abarbeitung der Regeln zur Erstellung eines Buchungssatzes

  1. Welche Konten beeinflusst der Geschäftsvorfall?
    Forderungen und Umsatzerlöse
  2. Was für Konten sind das?
    Umsatzerlöse ist ein Ertragskonto (Erfolgskonto), Forderungen ist ein aktives Bestandskonto (gebucht wird aber auf einem Personenkonto)
  3. Liegt auf dem entsprechenden Konto eine Mehrung oder eine Minderung vor?
    Auf beiden Konten liegt eine Mehrung vor.
  4. Ermitteln sie aus Punkt 3 auf welcher Seite des Kontos (Soll oder Haben) zu buchen ist!
    Auf dem Personenkonto (Forderungen) wird im Soll gebucht. Auf dem Konto Umsatzerlöse im Haben.

Buchung im SKR04

Der Buchungssatz in einem Buchungsprogramm lautet:
Debitor 12001 an Sachkonto 4120 (Steuerfreie Umsätze § 4 Nr. 1a UStG) 1.000 €

Soll Haben
Debitor 12001 1.000 € Sachkonto 4120 (Steuerfreie Umsätze § 4 Nr. 1a UStG) 1.000 €
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Buchung im SKR03

Der Buchungssatz in einem Buchungsprogramm lautet:
Debitor 12001 an Sachkonto 8120 (Steuerfreie Umsätze § 4 Nr. 1a UStG) 1.000 €

Soll Haben
Debitor 12001 1.000 € Sachkonto 8120 (Steuerfreie Umsätze § 4 Nr. 1a UStG) 1.000 €

Hier finden Sie Beispielaufgaben zur Bildung von Buchungssätzen!
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Die Anzahl der Aufgaben wird ständig erweitert.

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