Wie kommt ein Unternehmen an die Börse?

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Unternehmensgrößen mit Weltrang sind an der Börse vertreten. Doch ist die undurchsichtige Welt von Aktienkursen und Aktienindices nur etwas für Firmen mit weltweitem Engagement? Nein. Auch die Aktie des Berliner Zoos schnellte in die Höhe als einst der kleine, weiße Knut für einen großen Besucherandrang sorgte. Über den Zugang zur Börse und die betriebswirtschaftlichen Folgen geht es hier.

Der Weg eines Unternehmens an die Börse

Im Grunde genommen ist das wirtschaftliche Wachstum, und in diesem Zusammenhang auch die wirtschaftliche Entwicklung eines Unternehmens, oft der Anstoß um "an die Börse zu gehen". Der Grund: Wachstum braucht Kapitel und dieses kann sowohl aus Eigen- als auch aus Fremdkapitel resultieren. Mit der zunehmenden Vorsicht der Banken bei der Vergabe von Krediten, werden Betriebe dazu gezwungen, sich nach anderen Kapitaloptionen umzusehen.

Der Börsengang ist hier also ein Mittel zum Zweck. Ziel ist es, das Eigenkapitel aufzustocken. Dabei wird dieses in gleichgroße Anteile (sogenannte Aktien) aufgeteilt. Dies ist möglich, sobald die Gesellschaftsform in eine sogenannte Aktiengesellschaft umgewandelt wurde und die Höhe des Aktienwertes feststeht. Nun wird ein Teil der Anteile verkauft. Diejenigen, die eine Aktie erwerben (die sogenannten Aktionäre), fungieren fortan als Miteigentümer des Unternehmens - und das Unternehmen kassiert das sogenannte Emissionsvolumen.

Der Emissionserlös wurde durch die Entscheidung zum Börsengang eingestrichen - und muss seitens des Betriebes nicht mehr zurückgezahlt werden. Gezahlt muss den neuen Miteigentümern des Betriebs aber in jedem Fall die Beteiligung am Unternehmensgewinn. Und auf der sogenannten Hauptversammlung haben sie ein Stimmrecht bei der Entscheidung zur Funktionärswahl oder zur Verwendung des Gewinns.

Aktienkurse lassen sich also wie folgt erklären: Entwickelt sich das Unternehmen gut, steigt der Aktienkurs. Darauf hoffen auch die Aktionäre, die möglichst auf dem erahnten Peak ihre Anteile mit Gewinn wieder verkaufen können.

Vorteile des Börsengangs Nachteile des Börsengangs
Ein Börsengang ermöglicht den Zugang zum Kapitalmarkt. Ein Börsengang ist ein teurer Verwaltungsakt. Die Kosten werden aus dem Emissionsvolumen getilgt. Auch Börsengebühren müssen laufend abgeführt werden.
Ein Börsengang kann die Betriebsnachfolge vereinfachen. Die Verwaltung einer Aktiengesellschaft erfordert viel Zeit, denn Hauptversammlungen müssen organisiert und durchgeführt werden. Und auch die Aktionäre müssen betreut werden.
Ein Börsengang kann den (alten) Eigentümern die Möglichkeit eröffnen, den Wert des Unternehmens zu benennen. Die Finanzberichterstattung einer Aktiengesellschaft muss anders erfolgen als bei anderen Gesellschaftsformen.
Ein Börsengang kann die Bekanntheit des Betriebs steigern. Wer aktives Mitglied im Kapitalmarkt sein will, muss Transparenz in punkto Wirtschaftszahlen und Buchhaltung bieten.
Ein Börsengang ermöglicht Mitarbeitern die Kapitalbeteiligung und auch Gewinnbeteiligung wie das die Mitarbeiter im Modeunternehmen Gerry Weber praktizierten.  
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